Noch heute verraten Ortsnamen wie Biniali, Bunyola oder
Banyalbufar die Gründung in arabischer Zeit. In Binissalem haben die
Sprachforscher 2 Deutungen zugelassen: Banir-salem, Söhne des Friedens
oder auch Banir-salim, Söhne des Salims.
Nach der christlichen Eroberung im Jahre 1129 teilte König Jaume I Mallorca
unter seinen Gefolgsleuten und Geldgebern auf. Sein Sohn, Jaume II, gründete
1276 das Königsreich Mallorca und beauftragte 2 Grossgrundbesitzer, die
weit zerstreut lebende Bevölkerung in Dörfer zusammen zu fassen. So
wird die ofizielle Gründung von Binissalem dem Jahre 1300 zugeschrieben.
Schon im Jahr 1248 wurde eine Stadtpfarrei errichtet. Das Fundament der heutigen
Kirche stammt aus dem 15. Jahrundert. Die bis heute andauernde Dominanz der Kirche
in dem Gesamtbild Binissalems vollzieht sich in einer Art und Weise, die sich
ihr Erbauer, der Architekt Bernat Febrer, und seine Auftraggeber auch nicht mit
ihrem Glauben an die Ewigkeit in ihren Träumen vorstellen konnten.
Die ca. 5.000 Bewohner grosse Gemeinde Binissalem bildet mit 10 anderen Gemeinden
die Mancomunidad Raiguer. Dieser komunale Verbund, zu dem auch Inca als
die grösste Stadt gehört, betreibt vor allem wirtschaftliche Lobbyarbeit
und Standortpolitik. Das Inselinnere profitiert nicht gleichermassen von den
Einnahmen durch den Tourismus wie die Küstenorte oder Palma. Die Schuh-
und Lederindustrie sind zusammen mit verschiedenen handwerklichen Manufakturen
das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Regionen. Auch die traditionelle
Landwirtschaft wird trotz immer sinkender Einnamen weiter betrieben.
Binissalem selbst hat in den letzten Jahrzehnten als Weinstadt einen bemerkenswerten
Aufschwung genommen. Wenn Ende September die Feste des Vermar, die Weinernte,
gefeiert werden, dann reisen die Gäste aus der ganzen Insel an. Die ständige
Qualitätssteigerung der Rotweine aus den alten Bodegas
José L. Ferrer und Antonio Nadal wird seit langem auf dem spanischen
Festland verfolgt. Tatsächlich brauchen die “tintos” der Binissalamers
den Vergleich mit den Riojas und den Roten aus Navarra in mittleren Preissegementen
nicht zu früchten.