So ganz historisch verläuft der Tag der Mauren und Christen jedes
Jahr, diesmal am Montag den 14. Mai, nicht. Den Anlass für das Spektakel
der Neuzeit gab die Erneuerung der Herrschaft der Türken über
das Mittelmeer Ende des 15. Jahrhunderts. Von Nordafrika aus starteten
sie ihre Seeräuberzüge ins westliche Mittelmeer. Der Versuch
Karls von Habsburg zusammen mit Aragon, den Balearen und Kastilien die
Piraten in einer Seeschlacht zu besiegen schlug fehl. Um die Mitte des
16. Jahrhunderts war kein Küstenstück vor Plünderungen
sicher. Davon konnten auch die Einwohner von Alcúdia, Andratx,
Pollença und Sóller ein Lied singen. Bis heute zeugen die
rund um die Insel verstreuten Atalayas, die Wachtürme vor der Bedrohung
durch die Seeräuber.
Die Sóllerics feiern an jedem 11. Mai den glücklichen Ausgang einer Schlacht
aus dem Jahre 1561. Wie es genau zu dem Sieg kam, weiss zumindest von den Jugendlichen
heute keiner mehr. Aber auf jeden Fall wollen alle die Türken sein, die
prima schwarz angemalt sind, Frauen verfolgen und Schiff fahren dürfen.
Weit nach 15 Uhr, dem angekündigten Startschuss, fahren die Moros dann endlich
hinaus in die weite See, um gleich darauf unter Verwünschungen zurückzukehren.
Am Strand warten schon die Christen, die ihre Flinten mit selbstgemixtem Schiesspulver
füllen und fleissig in die Luft ballern. Die mallorquinischen Frauen halten
sich zuerst noch etwas abseits und singen ihre Kampflieder. Den tapferen Frauen
von Sóller sagt man nach, letztendlich für den Sieg gegen die Türken
verantwortlich zu sein. Sie haben in dem Moment angegriffen, als ihre Männer
zu unterliegen drohten.
Als Besucher sollte man das Spektakel mit Humor nehmen und das teure Capy aus
dem Seglerladen lieber zuhause lassen....
Länge: 3´44 Min.