Heute sind die Zellen 2 und 4 der Kartause in Valldemossa eine liebevoll
gepflegte Gedenkstätte für den polnischen Komponist Frédéric
Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand. Von Oktober
1838 bis Februar 1839 verbrachten die Beiden "Einen Winter auf Mallorca".
Maurice und Solange, die Kinder der Schriftstellerin, begleiteten das
Liebespaar.
Die geschiedene Baronin du Duvan überlebte Chopin um 27 Jahre. Als ihre
Beziehung im November 1846 im Schreit endete, war George Sand schon mit Herz
und Seele auf der aufständischen Seite der Arbeiter und Bauer, deren Kampf
für das Recht auf ein menschenwürdiges Leben 1884 in Paris zur Februarrevolution
und zur Abdankung von König Louis Phillippe von Orleans sowie zu Proklamation
der 2. Republik führte. Chopin konnte mit dem Kampf nicht viel anfangen.
Für die Einwohner der Gemeinde Valldemossa ist der Aufenthalt der beiden
zu einer wahren Goldgrube geworden: jährlich stürmen Tausende von Urlaubern
das Kloster, um den grossen Atem der Geschichte einzusaugen.
George Sand ist nach dem englischen Schriftsteller Robert Graves und dem argentinischen
Maler Adan Diehl die dritte nicht-mallorquinische Ehrenbürgering der Insel.
Die Entscheidung des Inselrates, die in 30 Sek. getroffen wurde, gilt schon jetzt
als umschtritten. Mit ihrem Buch "Ein Winter auf Mallorca" macht Sand
zwar weltweit Werbung für die Insel, allerdings mit Aussagen wie: "Bauern,
die nur beten, singen und arbeiten können und niemals denken" über
die Malorquiner, die sie auch als schmutzig und geizig bezeichnete.
Länge: 2´51 Min.
Beitrag: Hanna Christensen