Al-cúdia, den Hügel, nannten die Mauren die Stadt, die sie
nach Eroberung Mallorcas im Jahre 902 auf den Trümmern des von den
Vandalen zerstörten römischen Pollentia errichteten. Quintus
Caecilius Metellus, der Befehlshaber der Invasionsgruppe, gründete
Pollentia, die Starke, die Mächtige, als die Hauptstadt der neuen
Provinz: Märkte, Thermalbäder, öffentliche Bauten für
die Verwaltung, Springbrunnen, Statuen, Luxusvillen und ein Theater waren
entstanden. Hätten die Vandalen sich im 5. und 6. Jahrhundert nicht
wie richtige Vandalen verhalten, wäre heute noch viel mehr von Pollentia erhalten
geblieben als nur einige Ruinen, Säulen und das Teatre Romá.
Bereits im 1. Jahrhundert vor Christus entstand dieses kleinste der insgesamt
23 römischen Theater in Spanien, mit Platz für 2000 Personen.
Ein Rundgang durch das heutige Alcudia bringt für die Besucher einige unerwartete
Erlebnisse. Der Markt am Sonntag ist ein muss, sonst findet man aber in dem alten
Ortskern eine gelassene Ruhe. Dies liegt vor allem an der durchgehend vorhandenen
Fussgängerzone, die den Bummlern, aber auch den Eiligen die Vorzüge
einer autofreien Innenstadt bietet. Die Fassaden sind schlicht und liebevoll
hergerichtet. Bars laden zu Tapas und einem Gläschen Wein ein.
Die öffentliche Bücherei Can Torro entstand in enger Zusammenarbeit
mit der Stadtbibliothek von Gütersloh. Sie wird, neben 10 weiteren Büchereien
in Spanien, von der Bertelsmann Stiftung unterstützt.
Das Auditorium, im Jahr 2000 eingeweiht, rundet das Angebot Alcudias an Kultur
und Architektur ab. Ob Theater, Konzerte, Kurse, Vortragsreihen – das neue
Kulturhaus sorgt täglich für Bewegung. Bloss nicht stehen Bleiben.
Die reiche Geschichte Alcudias muss weiter geschrieben werden.
Länge: 3´25 Min.
Beitrag: Hanna Christensen